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Idorsia erhält Aufschub für Anleihefälligkeit
Aufatmen in Basel: Idorsia Pharmaceuticals, das Nachfolgeunternehmen der Actelion-Gründer Clozel, kann eine drohende Rückzahlungsverpflichtung der Anleihe über 200 Mio. Franken auf den Herbst des Jahres verschieben. Die Mehrheit der Gläubiger macht mit und verschafft dem Unternehmen damit die Chance, neues Geld für die Begleichung der Anleihe aufzutreiben.
Dieser Kelch ist noch einmal an den Eheleuten Clozel vorbeigegangen. Dass jetzt ganz schnell bei Idorsia die Lichter ausgehen müssten, wenn die fällige 200-Mio.-Anleihe nicht abgegolten werden könnte. Ein langwieriges Insolvenzverfahren mit wenig Beinfreiheit für die notwendigen Entwicklungsschritte des Pharmaunternehmens hätte für die erfolgsverwöhnten Actelion-Gründer viel Mühe und wenig Aussicht auf Erfolg bereitgehalten.
Konkret geht es bei dem über den Clozels hängenden Damoklesschwert um eine Wandelanleihe über 200 Mio. Franken, die bereits am 17. Januar 2025 fällig wurde, nach der Veröffentlichung der Einladung zur Versammlung aber ausgesetzt wurde. Nach den heutigen Beschlüssen wird das Fälligkeitsdatum um acht Monate auf den 17. September 2025 verlängert. Mit dieser Mitteilung konnte das Unternehmen weitere Klärungen in Kooperationen und Entwicklungspartnerschaften bekannt geben, die im Wesentlichen auf eine Kostenreduktion bei Idorsia hinauslaufen, wenn damit wie im Falle der Partnerschaft mit Viatris auch zukünftige Meilensteinzahlungen reduziert werden.
André C. Muller, CEO von Idorsia, kommentierte: „Unsere aktuellen Prognosen zeigen, dass wir mit QUVIVIQ 2026 die kommerzielle Rentabilität erreichen werden und insgesamt 2027 profitabel sein werden. Wir haben außerdem Aprocitentan, ein Produkt mit Blockbuster-Potential, das bereits in den USA und Europa zugelassen ist und das wir zu einem Partnering anbieten möchten. Zudem haben wir eine Zusammenarbeit für Selatogrel und Cenerimod, zwei Phase III-Assets, die erhebliche potentielle Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren einbringen könnten. Schließlich haben wir ein Portfolio in der frühen Entwicklungsphase mit einigen wirklich innovativen potentiellen Therapien. Zum Glück haben wir Anleihegläubiger und Partner, die das Potential, das wir geschaffen haben, erkennen und zu einer maßgeschneiderten Lösung beigetragen haben, die sicherstellt, dass wir weiterhin Wert für alle Interessengruppen schaffen können.“
Die angekündigte neue Vereinbarung mit Viatris (über deren ursprüngliche Fassung im Frühjahr 2024 hier berichtet worden ist) entlaste den Cashflow 2025 erheblich und ermögliche es dem Unternehmen, eine neue 150-Mio-Finanzierung zu nutzen, die von einigen der Anleihegläubiger bereitgestellt wird. Alle diese Initiativen waren „miteinander verknüpft und entscheidend, um den finanziellen Spielraum erheblich zu verlängern, damit Idorsia sein Geschäft vorantreiben kann“, so die Unternehmensleitung.
Neben der Klärung rings um die schon fällige 200-Mio.-Anleihe gibt es jedoch auch noch einen hohen Klärungsbedarf über die Wandelanleihen in Höhe von 600 Mio. Franken, die 2021 ausgegeben wurden und die 2028 fällig wird. Hier strebe Idorsia an, Möglichkeiten für eine ganzheitliche Restrukturierung der Wandelanleihen CB2025 und CB2028 zu prüfen. Auch deswegen sind Erfolge aus der Pipeline oder neue Partnerschaften weiterhin immens wichtig für das Unternehmen.